DJK Weiden feiert drei Tage voller Leben und Erinnerung

Es war eine Premiere mit Herz – und mit Geschichte. Drei Tage lang feierte die DJK Weiden am Wochenende ihre erste Kirchweih am Flutkanal. Was im vergangenen Jahr schon auf den Startblöcken stand, wurde nun Wirklichkeit – als Fest für die Gemeinschaft und als Erinnerung an den im Dezember verstorbenen zweiten Vorsitzenden Markus „Sparri“ Sparrer, der die Idee zu diesem Fest hatte.

„Markus wollte die DJK-Kirwa unbedingt auf die Beine stellen“, erzählte René Völkl, Mitglied der Vorstandschaft, mit bewegter Stimme. „Alles war damals schon geplant – die Band, das Zelt, sogar der Gottesdienst. Nur feiern konnten wir nicht mehr. Dieses Jahr wollten wir es ihm einfach nachreichen. Das sind wir ihm schuldig.“

Und so packten rund 70 Helferinnen und Helfer an, trugen orange T-Shirts mit dem Logo „DJK-Sparri’s-Kirwa-Team“ und sorgten drei Tage lang für Stimmung, Organisation und gute Laune.

Auftakt mit Sport, Show und Sound

Bereits am Freitagabend wurde es lebendig auf dem Festgelände am Flutkanal. Unter der Leitung von Vorsitzendem Harald Biersack präsentierten sich die verschiedenen DJK-Abteilungen dem Publikum – vom Tischfußball bis Tennis, von Fußball bis Tanzsport.

„Ich bin stolz, was unsere Leute hier zeigen“, sagte Biersack vom Podium. „Das ist die DJK – Sport, Spaß, Gemeinschaft. Und das spürt man heute in jeder Ecke des Zeltes.“

Die „Bandit-Crew“ eröffnete mit einer energiegeladenen Tanzshow, gefolgt von der „Zumba-Gold“-Gruppe, die das Publikum zu rhythmischem Mitklatschen brachte. Nebenan grillten Helfer Bratwürste und Steaks, während die Pizzabäcker kaum nachkamen. Für die Jüngsten lockte der Candy-Stand – ein Magnet aus Zuckerwatte, Gummibärchen und bunten Lutschern.

Musikalisch führte DJ David durch den Abend, sorgte für lockere Atmosphäre und füllte die Tanzfläche. Der Eintritt war frei – ein Dank an die Stadt und die vielen Unterstützer.

Partynacht mit „Dei vo Gestern“

Der offizielle Bieranstich am Samstagabend war einer der emotionalen Höhepunkte. Oberbürgermeister Jens Meyer griff beherzt zum Schlegel. Mit einem wuchtigen Schlag zapfte er das erste Fass der Brauerei Jacob an. „O’zapft is!“, rief Meyer unter Applaus. Dann prostete er in die Menge und sagte:

„Es ist wunderbar zu sehen, wie hier Gemeinschaft gelebt wird. Das ist Weiden, das ist DJK – hier packt jeder mit an!“

Am Samstagabend übernahm die Band „Dei vo Gestern“ das Kommando auf der Bühne – und das Zelt verwandelte sich in eine Partyarena. Klassiker, Schlager und Rocknummern heizten den Gästen ein.

Gegen Mitternacht standen die jungen Besucher auf den Bierbänken, sangen lautstark mit und klatschten zu „Sierra Madre“. Draußen an der Bar mischten sich Goaßhalbe, Aperol und Biere – eine Stimmung, die fast an Volksfestnächte erinnerte.

Nur die Zeltbelegung blieb hinter den Erwartungen zurück. „Schade, dass nicht ganz so viele gekommen sind wie erhofft“, meinte René Völkl. „Aber die, die da waren, hatten richtig Spaß – und das zählt.“

Als die Band abbaute, übernahm erneut DJ David und sorgte für einen sanften Übergang in die Nacht.

Festzug, Messe und Musik am Sonntag

Der Sonntagmorgen begann festlich und feierlich. Punkt neun Uhr setzte sich der Festumzug von der Fußgängerzone zum Festzelt in Bewegung. Angeführt von der Stadt- und Jugendblaskapelle Weiden marschierten zahlreiche Vereine mit: die SpVgg Weiden, der FC Weiden-Ost, die Schützengesellschaft Heimatfreunde, die Tanzfreunde Höllriegl, der Bartclub, der SV Raigering und sogar Gäste von der DJK Amberg.

Auch OB Meyer und mehrere Stadträte liefen mit. „So eine Gemeinschaftsaktion ist Balsam für die Stadt“, lobte der Oberbürgermeister unterwegs.

Im Festzelt zelebrierte Geistlicher Beirat Pfarrer Wolfgang Weyer von St. Josef den Gottesdienst. In seiner Predigt erinnerte er an das Verbindende:

„Lasst das Fest gelingen und seid Brüder und Schwestern im Herrn. Ihr seid lebendige Steine, die sich in Nächstenliebe verbinden.“

Beim „Te Deum“ und dem abschließenden Bayernlied stimmte das ganze Zelt mit ein – eine Gänsehautatmosphäre.

Weißwürste, Zoiglmusi und ein „Sugar-Baby“

Nach dem Gottesdienst hieß es: Weißwurstfrühstück und Frühschoppen. Der Duft von Gans- und Schweinebraten zog durchs Zelt, Blaukraut und Knödel taten ihr Übriges. Am Nachmittag spielte die Neisteder Zoiglmusi auf und brachte mit Liedern wie „Der Paul und sein Gaul“ oder „Reise ins Glück“ Schunkelstimmung.

Als Bürgermeister Reinhold Wildenauer, selbst Musiker, ans Mikrofon trat und sein legendäres „Sugar-Sugar-Baby“ anstimmte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Das Publikum klatschte, pfiff, lachte – echte Kirwa-Stimmung eben.

„Das war’s, was wir wollten“, meinte Vorsitzender Harald Biersack am Ende zufrieden. „Drei Tage, an denen Menschen zusammenkommen, tanzen, lachen, feiern – und dabei an Markus denken. Ich glaube, er hätte seine helle Freude gehabt.“

Ein Fest mit Herz

Am Sonntagabend leerte sich das Zelt langsam. Helfer setzten sich zusammen, das letzte Bier wurde gezapft. Über allem lag ein Hauch von Wehmut – aber auch Stolz.

„Wir haben’s geschafft“, sagte René Völkl und blickte übers Gelände. „Für Sparri, für uns, für die DJK. Und nächstes Jahr? Lassen wir uns überraschen.
Reinhard Kreuzer